Alleine sein – die autistische Phase

Allein, im Sinne der autistischen Phase, sind wir immer dann, wenn wir uns in keiner Partnerschaft befinden. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir keine Beziehungen haben, sondern nur, dass wir zu keinem speziellen Menschen klar „Ja“ gesagt, uns nicht zu ihm und dem Wagnis einer Partnerschaft, bekannt haben.

In der autistischen Phase haben wir klare ICH-Grenzen und fühlen uns weitgehendst als autonomes Individuum. Wir sind uns wichtiger als andere.

Dennoch kann es bereits hier Verwicklungen geben: Zum Beispiel könnten wir mit unseren Eltern eine Art Ersatzbeziehungen führen und uns für ihr Wohlbefinden verantwortlich fühlen. Auch ist möglich, dass wir mit guten andersgeschlechtlichen „Freunden“ längere, mehr oder weniger platonische Kontakte pflegen. Falls das so ist, sollten wir nachdenklich werden. Wir haben zwar noch keine Partnerschaft, aber sollte sich eine ergeben, so wird dies keine Zweierbeziehung sein, sondern wir werden einen Dritten bzw. Vierten einbringen. Der wird längerfristig zu einem unerwünschten Gast werden, an dem sich zu einem späteren Zeitpunkt mit Sicherheit Konflikte entzünden.

Eine andere Möglichkeit ist, die autistische Phase und das Alleinsein nicht als einen vorübergehenden Zustand zu betrachten, sondern zu einem Dogma zu machen. Zu einem Bekenntnis, das einige freie Liebe nennen, aber auf dieser Stufe nichts anderes als Bindungsangst und eine Flucht vor Nähe ist – vor den Dingen, die sich nur innerhalb einer Partnerschaft entfalten.

Auch können wir gemäss der Volksweisheit: „Drum prüfe, wer sich bindet, ob sich noch was Besseres findet.“  sehr sehr lange in der autistischen Phase verharren.

Häufig ist die autistische Phase auch eine Beziehungspause nach einer Trennung. Ein Raum zum Trauern, aber auch zum persönlichen Wachstum mit uns selbst – eine Zeit der Selbstverwirklichung, die wir im Beziehungsalltag zur Seite legten.

In jedem Fall ist diese Stufe vom ICH dominiert: es steht im Mittelpunkt, es findet sich und es sucht.

Diese Suche ist allerdings nicht nur eine Innenschau, sondern richtet sich, mit dem Andauern der autistischen Phase, immer mehr nach außen.

Das ICH sucht einen Spiegel.


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