Ein Paar sein – die symbiotische Phase

Spätestens, wenn der Paarungsdruck von uns abgefallen ist, schwinden auch die magischen Klänge der Buschtrommel im Bauch und weichen einer immer mehr auf den Partner bezogenen Fokussierung.

Nicht mehr wir erschaffen aus unserem magischen Liebesbewusstsein die Welt, nicht mehr uns gehorcht sie, sondern dem Partner. Und wie immer beim Übergang vom Animistisch-Magischen zum Mythischen brauchen wir von nun an einen Gott ausserhalb unserer selbst. Eine Person, zu der wir aufschauen können und die von nun an für den Gang der Welt verantwortlich ist.

Generierten wir das Verliebtsein noch weitgehend selbst, werden wir in dieser Phase immer abhängiger vom Partner. Nicht mehr wir erzeugen unsere Glücksgefühle, nicht wir sind die Magier und Schöpfer unseres Universums, sondern diese Rolle verschiebt sich kontinuierlich zum Gegenüber. Immer mehr machen wir seinen Charme, seinen Umgang, wie er uns anschaut und berührt, für unser Wohlbefinden verantwortlich.

Nicht mehr wir selbst, sondern der Partner bestimmt, wie die Schicksalssterne leuchten und plötzlich finden wir ins in den Anfängen eines Abhängigkeitsgeflechts wieder. Am Anfang ist dies nicht unangenehm, denn noch bemüht sich der Partner uns alle Wünsche von den Augen abzulesen. Dennoch ist es bereits eine Abhängigkeit.

Diese Abhängigkeit wird solange wir mit gemeinsamen Projekten wie Kindern, Haus, Karriere u.a. beschäftigt sind nicht unbedingt stören. Wir funktionieren als Team. Die Sexualität wird zwar kontinuierlich abnehmen, aber auch dies kommt vielen gelegen - war sie doch oftmals eine mit Stress und Leistungsdruck besetzte Angelegenheit.

Jetzt kommen wir auf der Reise Partnerschaft an eine Weggabelung. Der eine Pfad führt in Richtung einer feindlich abhängigen Partnerschaft – denn immer öfter weigert sich einer die Bedürfnisse und Wünsche des anderen zu erfüllen. Der andere Weg führt in eine verschmolzen kuschelige Partnerschaft, in der wir eher Freunde wie Mann und Frau sind. Auch können sich viele Paare, die vor dieser Verzweigung stehen nicht für einen Weg entscheiden. Sie pendeln, was nichts anderes heisst als, dass sie massiv  streiten, über sich selbst erschrecken, um sich danach tröstend in den Arm zu nehmen. Gelöst haben sie das Thema damit jedoch nicht und es wird an einem neuen Sonntag oder im Urlaub wieder auf den Tisch kommen. Mit jedem Mal heftiger und verletzender.


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