Sich verlieben - die erste Reise

Haben wir erst einmal ein Objekt der Begierde erspäht, laufen umgehend zwei Programme ab.

Das erste ist das biologische bzw. genetische Programm. Auf dieser sehr rudimentären Stufe strebt jedes Lebewesen nach Reproduktion. Dass wir uns dennoch nicht mit jedem paaren, ist zum grossen Teil biologisch festgelegt. Über nicht wahrnehmbare Geruchsstoffe, sogenannte Pheromone, über Geschmack und viele weitere Signale, die unbewusst ausgetauscht werden, sorgt die Natur nämlich dafür, dass sich nur die am besten zueinanderpassenden Genkombinationen anziehen.

Die zweite Ebene der Partnerwahl hat indes mit so desillusionierenden Dingen wie Geruch und Genetik nichts zu tun. Es ist die Ebene, die wir als romantisch empfinden. Doch so schön die Romantik ist, sie ist ein Trugschluss.

Was wir gerne als magische Momente deuten, ist nämlich häufig nichts anderes, als ein aus unserer Biografie heraus getriebenes Bindungsmuster – eine Wiederholung.

Irgendein Teil unserer hochkomplexen Persönlichkeit sucht gerade nach einem Spiegel und kaum glauben wir ihn gefunden zu haben, spüren wir Schmetterlinge im Bauch.

Der Fakt ist, dass wenn wir uns verlieben, wir uns zuerst einmal in uns selbst verlieben: in unsere aktuelle Ausstrahlung und ein beschwingtes träumerisches Schlendern, mit dem wir die Blicke Vorübergehender einfangen und das uns fühlen lässt: Uns gehört die Welt.

All das fühlt sich wie Magie an und tatsächlich sind wir in jenen Momenten die alleinigen Schöpfer unseres Universums. Allerdings nicht, weil uns Amors Pfeil getroffen hat oder wir einen Seelenverwandten trafen und nun auf der Welle eines niemals endenden Glücksgefühls reiten, sondern schlichtweg, weil wir beschwipst sind – weil wir unter Drogen stehen.

Die haben wir aber weder auf dem Balkon gezüchtet, noch bei einem zwielichtigen Strassendealer erworbenen – vielmehr handelt es sich um ein wirkungsvolles Gemisch von Stoffen, welches wir selbst produzieren: Dopamin, Norepinephrin und andere. Unser Blut ist überschwemmt von ihnen. Gleichzeitig sinkt, unser Serotoninspiegel, ähnlich wie bei Menschen die an Zwangsstörungen leiden.

Es ist so wunderschön.


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