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Die dunkelsten Stunden haben mir mein inneres Licht gezeigt – ich lernte meinen „sensitiven Fühlern“ zu vertrauen.

Portrait von Anja Grunert in der Natur, ihr Blick schweift in die Ferne

Ich bin Irrwege gegangen und auf Scharlatane reingefallen. Ich wollte an eine gute, heile Welt glauben. Eine, die meine Kindheit nicht versprach. So machte ich mich früh auf meinen eigenen Weg. Das jedoch tat ich mit einer grossen Gutgläubigkeit und Naivität, in der Hoffnung „irgendetwas oder jemand“ möge mich retten und meine seelischen Wunden würden von selbst heilen. Oft wusste ich nicht mich selbst zu schützen.

Doch im Rückblick waren es vor allem die schmerzvollen Erfahrungen und Enttäuschungen, die mich für meine Wahrheit und Heilung öffneten, um in die Tiefen des Seins vorzudringen – das, was ich als meine Welt ansah, löste sich Schicht für Schicht auf. Wenn man einen Schmetterling ansieht, erinnert nichts mehr an eine Raupe. Sie existiert nicht mehr.

Diese „Stirb und Werde“ Prozesse begünstigten bei mir Zeiten des Rückzugs und Alleinseins. Ich betrat meinen „inneren Raum“, wo ich ungestört in meinem Kokon, wie eine sich verwandelnde Raupe in seidene Fäden eingesponnen war.

Wenn das Leben Kopf steht, kann die Metamorphose beginnen

Mein Leben stand Kopf – es war der Beginn von etwas Neuem. In mir selbst ruhend und geschehen lassend, was nicht mehr umkehrbar war. Staunend darüber, was unerwartet abfällt und hervorkommt, ohne mein Zutun. Die Angst verrückt zu werden und die Kontrolle über mein Leben zu verlieren waren immens. Doch die dunkelsten Stunden haben mir mein inneres Licht gezeigt – ich lernte meinen „sensitiven Fühler“ zu vertrauen.

Alles war anders und doch blieb augenscheinlich, alles beim Alten. Meine Verwandlung war keine geistige Erleuchtung, wo Blitze durch mich schossen, oder mich unendliche Glücksgefühle überschwemmten – auch wenn ich das Gefühl hatte, dass mein Geist klarer wurde und sich Momente inneren Friedens einstellten. 

Ich erlangte einen Abstand zu meinen Rollen und Geschichten, mit denen ich mich identifizierte und sah meine „blinden Flecken“ deutlicher. Es war erschreckend vorher nie wahrgenommene Teile meiner Selbst zu sehen und gleichzeitig befreiend, als sich die Schleier meiner Illusionen lüfteten und dabei den Ursprung von allem zu erkennen. 

Einzelne Puzzleteile fügten sich zu einem Ganzen – und langsam konnte ich mit offenen Herzen und wachen Augen fühlen und sehen was ist. 

Seither bin ich eine Wandelnde zwischen den Welten.