Heilung alter Wunden
Dich wieder spüren lernen – mit all Deinen gefühlten Verletzungen und Narben, die Du aus deinen Kämpfen getragen hast. Annehmen und akzeptieren, dass das Leben keine Sicherheit verspricht und ein stetiger Wandel ist.

Irgendwann ist jede Show vorbei. Das sich ständig wiederholende Theaterstück aus Kindestagen zu spielen ist mühsam geworden, Wünsche und Hoffnungen – geplatzt wie Seifenblasen. Der seelische „Shutdown“ naht, die Lichter gehen aus, die Kräfte lassen nach, das Ego versagt. Wie bist du da nur hingekommen?
Vielleicht hast Du schon einiges versucht, um Dich aus Deinem Dilemma zu befreien. Doch bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt. In der Unterwelt angekommen ist es dunkel. Du siehst nichts und fürchtest unterzugehen. Sorgen und Ängste machen sich breit, vor allem nachts, wenn es ruhig ist, und die Gedanken sich im Kreis drehen.
Der Kampf der Dämonen
Am Tiefpunkt angelangt ahnst du noch nicht, dass in der dunkelsten Grotte der grösste Schatz begraben liegt – der einzige Feind, dem du am Ende gegenüberstehst, bist du selbst. Deine blinden Flecken sind nun hell ausgeleuchtet. Scham, Ohnmacht und Schmerz sind in dieser Phase seelisch kaum auszuhalten, zumindest fühlt es sich so an. Doch in Wahrheit wird gerade jetzt Platz gemacht für etwas, was bisher von Abspaltung und Verleugnung verdeckt war – dein wahres Selbst.
Da hilft keine Maske mehr. Das Gesicht, was Du im Spiegel siehst, mag Dir (und anderen) vielleicht hässlich erscheinen, doch es ist heilsam zu erkennen, das bin ich auch – das Lichte sowie das Dunkle. Wir sind alle Menschen, und gerade in der Menschlichkeit können sich Liebe und Mitgefühl entfalten.
Seelisches Wachstum bedeutet auch, zu scheitern. Nur so können wir unsere Grenzen erweitern und erkennen was wahr ist und was nicht. Aufstehen und weitergehen, sich von Ängsten, Selbstzweifeln und der Scham nicht lebendig begraben lassen. Das ungeliebte innere Kind, die abgespaltenen Seelenanteile, die verlorenen Träume und Visionen – all diese verloren gegangenen Schätze nach Hause holen.
Den Schatz heben
Das Herz öffnen für vergangene Enttäuschungen, Verluste und den Groll, der Deine Opferhaltung verfestigt hat, loslassen. Deinen Körper lieben lernen und Frieden schliessen – mit Dir selbst.
Tränen der Erleichterung weinen, Dich wieder spüren lernen – mit all Deinen gefühlten Verletzungen und Narben, die Du aus deinen Kämpfen getragen hast. Annehmen und akzeptieren, dass das Leben keine Sicherheit verspricht und ein stetiger Wandel ist. Nichts bleibt, wie es ist – alles wird vergehen. Nur die Schätze der Seele wirst Du am Ende Deines Lebens mit nach Hause nehmen.