Was heilt?
Schmerz, Krankheit und Leiden gehören zum Leben, wir sind alle davon betroffen. Doch die Frage ist wie bewusst kann ich bleiben, ohne in die ewig gleiche Grube zu fallen?

Auf einer meinen Reisen durch Indien, landete ich mit einer Lebensmittelvergiftung und ziemlich dehydriert in einem katholischen Krankenhaus. Über dem Zugang zum OP-Bereich stand als tägliche Ermahnung an die Ärzte: „We treat – God heals“. An was auch immer Du glaubst, etwas Grösseres oder nur an Dich selbst – Heilung kommt nie nur von aussen. Eine Behandlung oder Therapie wird Dich unterstützen, der Schlüssel zu nachhaltiger Veränderung aber liegt in Dir selbst.
Ich weiss, was Krankheit ist, weil ich weiss, was man sucht, wenn: das Herz schmerzt, die Zähne knirschen, das Badewasser blutrot ist, einem die Partnerschaft um die Ohren fliegt und der Verlust eines Menschen, einen fast den Verstand raubt.
Auch weiss ich von der Zerrissenheit in der Liebe und von zwei Seiten betrogen zu werden: von sich selbst und vom anderen, der/die keinen Standpunkt einnimmt.
Es soll einfach aufhören
Bei allem habe ich mir das Gleiche gewünscht: dass der Schmerz aufhört, und zwar so schnell wie möglich. Im Nachhinein weiss ich, es hätte mich keinen Millimeter weitergebracht. Denn genau dieser Schmerz, den ich auf unterschiedlichste Art und Weise versuchte, zu betäuben und wegzuschieben, wurde zu meiner Feuerprobe in Mitgefühl, Geduld und Hingabe.
Daran konnte ich sehen, wo ich stehe und wie ich mich immer wieder selbst, auf unbewusste Weise verletzte und mir im Weg stand. Bis die Zeichen drastischer wurden und ich lernte auf meine Impulse zu hören und mir selbst zu vertrauen.
Im Buddhismus gehört Schmerz, Krankheit und Leiden zum Leben, wir sind alle davon betroffen. Doch die Frage ist wie bewusst kann ich bleiben, ohne in die ewig gleiche Grube zu fallen?
Nicht mehr in die Grube fallen
Ein schmerzhaftes oder traumatisches Erlebnis, welches nicht verarbeitet werden konnte, wird sich irgendwann ein neues Kleid oder Kostüm überziehen und sich in Süchten, innerer Unruhe, Verlustangst, übertriebener/vermeidender Sexualität, oder wiederkehrenden körperlichen Beschwerden widerspiegeln.
Heilung braucht einen Raum, indem sie sich entfalten kann, und sie entsteht aus der Reflexion von Dir, was zu dieser Krise oder Krankheit geführt hat.
Wie hast Du dazu beigetragen, dass Dir das Geschehen ist, und was kannst Du tun, dass es Dir nicht mehr geschieht, oder Du damit umgehen kannst?
So schafft jede Therapie erstmal nur den Raum und die Zeit, die Du brauchst für diese Reflexion, sie kann begleitet sein durch mich, aber sie findet vor allem in Deiner Stille statt und in Deinem Tempo.
Falls Du möglichst schnell wieder funktionieren möchtest, eine fixe Lösung oder ein Trostpflaster suchst, um möglichst effizient im Hamsterrad weiter laufen zu können, ist das verständlich, aber dabei kann ich Dir nicht helfen.
Heilung ist der Weg, auf dem ich Dich begleite.